Auf dem Weg in die Stadt Altenburg wird man von einer auffälligen Silhouette mit vielen Türmen und hügeligem Gelände empfangen. Eines der Wahrzeichen der Stadt sind die Roten Spitzen, die ungleichen Backsteintürme einer Klosterkirche aus dem 12. Jahrhundert. Der Nordturm erhielt sein barockes Dach nach einem Brand im 16. Jahrhundert. Beachtenswert ist auch das Residenzschloss, dass auf einem mächtigen Porphyritfelsen über der Stadt emporragt. Die Anlage auf dem Schlossberg hatte ihren Ursprung in einer slawischen Burg, die im 10. Jahrhundert
durch den deutschen Adel in Besitz genommen und zu einem Burgward ausgebaut wurde. Aus Zeiten
der Residenzstadt stammen Bahnhof, Hoftheater, Museen und weitere repräsentative Gebäude. Demgegenüber stehen zahlreiche Fabriken, die Zeugnis des gleichzeitig aufstrebenden Industriestandortes Altenburg sind. Bekannt wurde Altenburg nicht zuletzt durch die Erfindung des Skatspiels. Noch immer ist es mit Skatbrunnen, Ausstellungen und Spielkartenfabrik allgegenwärtig in der Stadt.
→ 976 Erste urkundliche Erwähnung durch Kaiser Otto II.
→ um 1000 Bau des Hausmannsturms
→ 12. Jh. Kaiserpfalz Altenburg
Altenburg ist Mittelpunkt des Pleißengaues und erlebt unter dem starken Einfluss Barbarossas die erste Blütezeit.
Bauten: Bartholomäikirche (um 1170), Rote Spitzen (1172)
→ 307 – 1602 Altenburg und der Pleißengau gehen in wettinischen Besitz über. 300 Jahre lang wird die Stadt unter
Grafen, Fürsten und Herzögen aus Meissen und Sachsen regiert. Bauten: Rathaus (1564)

Blick auf den Altenburger Marktplatz mit dem Rathaus. Dahinter die bekannte Brüderkirche.
→ 1603 – 1671 1. Herzogtum Sachsen-Altenburg
Im Jahre 1603 wird das Herzogtum gegründet und Altenburg wird zum ersten mal eigenständige Residenzstadt. Die Stadt erleidet schwere Verluste im Dreißigjährigen Krieg.
→ 1672 – 1825 Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg
Nach dem Erlöschen der eigenen Erblinie fällt Sachsen-Altenburg an das Herzogtum Sachsen-Gotha. Die Stadt
findet als Nebenresidenz nur wenig Beachtung. Baugeschehen: Teehaus, Orangerie und Schlossumbauten (1702 – 44), Teichpromenade (1769), Logengebäude (1804)
→ 1826 – 1918 2. Herzogtum Sachsen-Altenburg
Durch Erbteilung fällt Sachsen-Altenburg an den Herzog zu Hildburghausen. Altenburg wird zum zweiten mal Residenzstadt. Baugeschehen: Niederlegung der 5 Stadttore (1825 – 36), Eisenbahnverbindung Leipzig-Altenburg (1852), Theater (1871), Lindenaumuseum (1875), Neues Bahnhofsgebäude (1879), Ministerium (1895, heute LRA), Straßenbahn (1895), Agnes-Kirche (1906), Brüderkirche (1905), Mauritanium (1908)

Blick auf das Theater Altenburg
→ 1918 – 1945 Weimarer Republik, Drittes Reich Altenburg gehört zu Thüringen. Bauten: Gaswerk (1923), Sparkassengebäude (1923)
→ 1945 – 1989 Nachkriegszeit und DDR Altenburg ist Kreisstadt im Bezirk Leipzig (ab 1952). Baugeschehen: Wohngebiete Nord und Südost (1970 – 86)
→ seit 1990 Bundesrepublik Deutschland
Altenburg ist Kreisstadt im Freistaat Thüringen. Baugeschehen: Sanierung der Altstadt und des Schlosses

